Die Stromerzeugung aus Wasserkraft brach diesen Sommer phasenweise um 46 Prozent ein. Das zeigen Zahlen des Stromnetzbetreibers Austrian Power Grid, die vor Kurzem veröffentlicht wurden. Hinzu kam, dass auch die Windkraft wegen der stehenden Hitze schwächelte. Die Photovoltaik-Leistung wurde zwar massiv ausgebaut, die Einbrüche konnte sie aber vor allem abends und nachts nicht kompensieren. Am Donaukraftwerk Greifenstein standen zahlreiche Turbinen still, weil zu wenig Wasser kam. Andere Kleinkraftwerke, vor allem im Südosten des Landes, wurden überhaupt stillgelegt, weil die Bachbetten ausgetrocknet waren. Laut dem Stromerzeuger Verbund war die Wasserführung in Österreich noch nie so niedrig wie heuer, seit Beginn der Messaufzeichnungen nicht. Aber was passiert, wenn Österreich das Wasser ausgeht?
Für die Stromerzeugung bedeutet das zwei Dinge: Wir importieren – meist Atomstrom – aus den Nachbarländern. Und die Stromerzeuger werfen immer häufiger ihre Gaskraftwerke an, um die Nutzlast und die Stromversorgung sicherzustellen. Eigentlich sinkt der Gasverbrauch im Sommer stärker und steigt wieder, wenn es draußen kalt wird. Aber heuer hatten wir nicht nur einen Hitzesommer, sondern auch einen Gassommer. Laut dem Gas Markt- und Verteilergebietsmanager Austrian Gas Grid Management (AGGM) wurden im August in den heimischen Kraftwerken 216 Gigawattstunden Gas zur Energieerzeugung eingesetzt. Im August des Vorjahres waren es übrigens nur 40 Gigawattstunden. Und im letzten großen Hitzejahr davor waren es knapp über 180. „Der Einsatz der Gaskraftwerke erfolgt preisabhängig“, sagt Ingun Metelko vom Verbund. „Wenn zur Deckung der Last Bedarf besteht, kommen diese zum Einsatz. Wenn weniger Strom aus Wasserkraft produziert wird, können PV und Wind einspringen.“ Deshalb müsse man erneuerbare Energie weiter ausbauen.
Die AGGM plant als Markt- und Verteilergebietsmanager in Kooperation mit den Gas- und Stromnetzbetreibern die Gasinfrastruktur mit einem integrierten Ansatz, der sämtliche Energiesektoren berücksichtigt. Die bedarfsgerechte Verfügbarkeit der Gasinfrastruktur wird damit sichergestellt. Die Integration erneuerbarer Energien, die ununterbrochene Gasversorgung für alle österreichischen Endverbraucher:innen und die transparente Kommunikation sind die zentralen Ziele der AGGM.
Die AGGM Austrian Gas Grid Management AG unterstützt als Marktgebietsmanager (Marktgebiet Ost) und Verteilergebietsmanager (Marktgebiete Ost, Tirol, Vorarlberg) das Funktionieren des Gasmarkts im gesamten Bundesgebiet und stellt mit der sektorübergreifenden Planung der Gasinfrastruktur die Weichen für die Energiewende in der Pipeline.
Die APG ist Regelzonenführer und unabhängiger Übertragungsnetzbetreiber des österreichischen Höchstspannungsnetzes: Als Regelzonenführer verantwortet APG die Leistungs-Frequenz-Regelung in der Regelzone der APG. Sie ist als Übertragungsnetzbetreiber verpflichtet, das Netz unter wirtschaftlichen Bedingungen und der nationalen und europäischen Klima- und Energieziele sicher und zuverlässig zu betreiben, zu warten sowie vorausschauend zu optimieren, zu verstärken und auszubauen. Als kritischer Infrastrukturbetreiber leistet APG einen wesentlichen Beitrag zur Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit. Das Leitbild der APG fasst ihr Selbstverständnis und ihre Grundsätze zusammen.
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