Insgesamt elf Personen hatten sich für die ORF-Leitung bis Jahresende beworben. Zu einem Hearing eingeladen wurde allerdings nur Thurnher. Nun lenkt sie den ORF für weitere acht Monate.
„Nicht alles, was ich tun werde, wird alle freuen“, prognostizierte sie für die kommenden Monate.
Am Mittwoch erhielt Weißmann seine Kündigung vom ORF. Weißmann bestreitet die Vorwürfe und kündigte an, die Kündigung rechtlich anzufechten und Ansprüche von beinahe vier Millionen Euro geltend zu machen.
https://orf.at/stories/3427725/
23. April 2026
Nach dem ORF-Gesetz wurde die Funktion des Generaldirektors bzw. der Generaldirektorin für die Dauer der bis zum 31.12.2026 laufenden Funktionsperiode am 20.3.2026 öffentlich ausgeschrieben.
Bis auf Ingrid Thurnher sind mir die genannten Personen unbekannt.
Meine Meinung: Man sollte Ingrid Thurnher bis zum Jahresende „machen“ lassen. Jemand neuer muss sich in die Materie einarbeiten – und ist dann möglicherweise zum Jahresende wieder weg. Das ist Zeit- und Geldverschwendung.
18. April 2026
Für einen „normalen“ Bürger (Arbeiter, Angestellter, Unternehmer) wird das immer unverständlicher. Die Millionen rauschen nur so durch die Gegend.
Finanziert werden diese ungustiösen Handlungen und Darstellungen durch Zwangsgebühren und Werbeeinnahmen.
Der zurückgetretene ORF-Generaldirektor Roland Weißmann hat laut Ö1-Informationen eine knapp vier Millionen Euro schwere Klage gegen den ORF angekündigt.
Der Redaktionsausschuss, der seit Jahren eine Besetzung des Stiftungsrats mit unabhängigen und internationalen Fachleuten fordert, sieht bei Lederer und Schütze zudem politische und wirtschaftliche Unvereinbarkeiten. Beide seien Lobbyisten und hätten versucht, bei der Berichterstattung zu intervenieren.
https://orf.at/stories/3427002/
Könnten sich die Werbetreibenden nicht dazu entschließen, ein paar Wochen keine Werbung zu buchen?
Anstatt im ORF-Stiftungsrat eine Kontrolltätigkeit auszuüben, seien Lederer und Schütze scheinbar vor allem darauf bedacht gewesen, Beraterjobs an Land zu ziehen, und sollen versucht haben, auch im Sinne mancher Kunden auf die Berichterstattung Einfluss zu nehmen.
16. April 2026
Und es geht weiter und weiter.
Innerhalb des Unternehmens befetzt man sich immer heftiger.
Ein wunderbares Schauspiel.
Dafür zahlt man doch gerne Eintritt in Form von Gebühren, die vorgeschrieben werden.
Oder?
Der ORF-Redaktionsausschuss, die gewählten Redaktionssprecherinnen und -sprecher, hat heute einstimmig und erstmals ORF-Stiftungsräten das Misstrauen ausgesprochen, namentlich dem Vorsitzenden des Stiftungsrats, Heinz Lederer, und seinem Stellvertreter Gregor Schütze sowie dem von der FPÖ nominierten Stiftungsrat Peter Westenthaler und Thomas Prantner, dem Stiftungsrat des Landes Steiermark.
https://orf.at/stories/3426985/
15. April 2026
Da tun sich immer mehr Abgründe auf. Widerlich!
Was ein kleiner Teil der Belegschaft für Gehälter bezieht, ist für Normalverdiener und Bürger unglaublich.
Der Chef der ORF-Vermarktungstochter Enterprise, Oliver Böhm, ist nach nicht näher bekanntgegebenen Vorwürfen bis auf Weiteres beurlaubt.
https://orf.at/stories/3426781/
Böhm ist seit 2013 Chef der ORF-Werbevermarktung, zuvor war er Geschäftsführer bei Privatradios wie 88.6. Er zählt laut jüngstem Transparenzbericht des ORF zu den Spitzenverdienern im ORF. Mit einem Jahresbruttobezug von fast 349.000 Euro liegt er 2025 auf Platz drei der höchsten Bezüge im ORF-Konzern, hinter Multimanager Pius Strobl und dem bisherigen ORF-Generaldirektor Roland Weißmann.
Ob in den kommenden Tagen und Wochen noch andere überraschende Beurlaubungen folgen werden? Der ORF hält sich bedeckt, die Gerüchte kursieren aber schon.
https://www.diepresse.com/20762240/neue-untersuchung-am-kueniglberg-orf-manager-beurlaubt
Da ist sicher noch so einiges im Busch.
Man darf gespannt sein.
13. April 2026
Der ORF verlange von seinen Führungskräften allerdings nicht nur die Einhaltung zwingenden Rechts, sondern ein sehr hohes Maß an Integrität und Unterlassung jeglichen Verhaltens, das geeignet ist, dem Unternehmen zu schaden. Jeder Anschein eines einer Führungskraft unangemessenen Verhaltens sei daher zu vermeiden.
https://orf.at/stories/3426266/
Die von Weißmanns interimistischer Nachfolgerin Ingrid Thurnher angestoßene Untersuchung habe nun zwar ergeben, dass eine sexuelle Belästigung im rechtlichen Sinn im konkreten Fall nicht vorgelegen habe.
Die Frage nach der sexuellen Belästigung im rechtlichen Sinn ist nun also vom Tisch. Am Mittwoch verkündete der ORF das Ergebnis einer großen Compliance-Untersuchung rund um das Verhalten von Roland Weißmann.
Und dass Weißmann rechtliche Ansprüche in Hinblick auf den „abgenötigten Rücktritt“, die Beendigung des Dienstverhältnisses und die „fortgesetzte rufschädigende Darstellung“ nun konsequent verfolgen werde. Es zeichnete sich schon vorher ab, nun ist es offiziell: Der ehemalige ORF-Chef wird hohe Forderungen stellen. Zuletzt kam er auf 427.500 Euro Jahresbruttobezug.
Der Bericht ist zahlungspflichtig: https://www.diepresse.com/20749446/weissmann-gekuendigt-und-teil-entlastet
Roland Weißmann ist nach den von einer Mitarbeiterin gegen ihn erhobenen Vorwürfen von seiner Funktion als ORF-Generaldirektor am 8. März 2026 zurückgetreten und wieder in sein Dienstverhältnis als ORF-Angestellter eingetreten.
Presseaussendung der Rechtsvertretung von Weißmann:
8. April 2026
Nach eingehenden Gesprächen setzt die ORF-Generaldirektorin nun als ersten Schritt den ORF-Transparenz-Beirat ein, dem renommierte Expertinnen und Experten aus den Bereichen Recht, Governance und Compliance angehören und den ORF bei dieser Aufgabe unterstützen werden.
Der ORF lebt vom Vertrauen. Vom Vertrauen unseres Publikums und vom Vertrauen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Haus. Genau dieses Vertrauen müssen wir sichern.
https://orf.at/stories/3425133/
27. März 2026
Bewerbungen müssen bis längstens 17. April 2026, 24.00 Uhr beim Vorsitzenden des Stiftungsrats eingelangt sein.
Die Funktion des Generaldirektors bzw. der Generaldirektorin verlangt Vertrauenswürdigkeit, Unbescholtenheit und ein Verhalten, das die Glaubwürdigkeit eines öffentlich-rechtlichen Medienunternehmens sicherstellt.
20. März 2026
Stiftungsrat: Das Kontrollgremium für den ORF
Der Stiftungsrat hat eine Stellung, die mit dem Kollegialorgan Aufsichtsrat in Aktiengesellschaften vergleichbar ist. Dieses Gremium bestellt unter anderem den Generaldirektor und auf dessen Vorschlag Direktoren und Landesdirektoren, genehmigt Budgets und Rechnungsabschlüsse. Zahlreiche Rechtsgeschäfte bedürfen seiner Zustimmung.
https://der.orf.at/unternehmen/gremien/stiftungsrat
Der Publikumsrat des ORF
Der Publikumsrat ist das Nachfolgeorgan der Hörer- und Sehervertretung (HSV) und hat derzeit 28 Mitglieder.
https://der.orf.at/unternehmen/gremien/publikumsrat
Nun meldete sich die betroffene ORF-Mitarbeiterin in einer Presseaussendung über ihre Rechtsvertretung zu Wort. Seit sie versuche, „die Angelegenheit rund um die Affäre Weißmann wirkungsvoll und diskret zu lösen“, werde sie diskreditiert. Dass Weißmann nun gerichtliche Schritte androhe, „empfinde ich als ein unangenehm durchsichtiges Ablenkungsmanöver“. Und: Es habe vor allem „nie eine Affäre“ gegeben. Es sei zu keinem Zeitpunkt zu einem intimen physischen Kontakt gekommen. „Dies bin ich bereit, unter Eid zu erklären.“ Nachdem die rechtliche Aufarbeitung Zeit in Anspruch nehmen werde „und ich bis dahin die Verbreitung weiterer Unwahrheiten vermeiden möchte sowie der Öffentlichkeit ein klares Bild des Geschehenen geben möchte, habe ich mich entschieden, mich unter Wahrung meiner Identitäts- und Persönlichkeitsrechte auch an die Öffentlichkeit zu wenden“, heißt es in der Aussendung.
https://orf.at/stories/3424142/
17. März 2026
Lassen wir die Spiele … äh, die Schlammschlacht … beginnen.
Ausführliche Stellungnahme der Rechtsvertretung (Brandstätter Scherbaum Rechtsanwälte OG, Dr. Oliver Scherbaum) von Weißmann:
Mag. Roland Weißmann hat sich bislang aus Gründen des Schutzes der Privatsphäre nicht im Detail zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen geäußert. Nachdem aber das Stiftungsratspräsidium gestern, am 12. März, dem Stiftungsrat einseitig eine Stellungnahme der am Sachverhalt beteiligten ORF-Mitarbeiterin vorgelesen hat, der ORF ihn weiter medial vorverurteilt und die Rechte von Mag. Weißmann seit Tagen massiv verletzt, sieht er sich gezwungen, nunmehr auf die aus seiner Sicht unhaltbaren Vorwürfe einzugehen.
Die Rechtsvertreter von Mag. Roland Weißmann: https://www.legalhouse.at/
Das schreibt der ORF dazu:
Der zurückgetretene Ex-ORF-Generaldirektor Roland Weißmann hat am Freitag die gegen ihn erhobenen Vorwürfe der sexuellen Belästigung einer Frau zurückgewiesen sowie sich gegen eine „laufende Vorverurteilung“ gewehrt.
https://orf.at/stories/3423750/
13. März 2026
In diesem Sinn sieht das EMFG-Begleitgesetz (412 d.B.) unter anderem mehr Transparenz bei der Bestellung des ORF-Generaldirektors bzw. der ORF-Generaldirektorin vor. So ist geplant, diese Funktion künftig neun – statt sechs – Monate vor Ende der laufenden Funktionsperiode auszuschreiben, wobei für die kommende Periode, die Anfang 2027 beginnt, eine Übergangsregelung mit acht Monaten gilt. Außerdem werden die fachlichen Anforderungen für die Funktion präzisiert sowie die formalen Vorgaben für die Ausschreibung erweitert und der Stiftungsrat explizit zu einem transparenten und nichtdiskriminierenden Bestellverfahren verpflichtet.
Der ORF-Stiftungsrat hat in seiner Sitzung am Donnerstag, dem 12. März 2026, unter dem Vorsitz von Heinz Lederer nach dem erfolgten Rücktritt von Roland Weißmann als ORF-Generaldirektor ORF-Radiodirektorin Ingrid Thurnher mit der vorläufigen Geschäftsführung des ORF betraut. Diesem Schritt folgt ein zweistufiges Ausschreibungsverfahren: Zunächst eine Ausschreibung für diese Position bis zum Jahresende und danach wie geplant für die künftige Geschäftsführungsperiode ab 1.1.2027.
12. März 2026
Das könnte noch eine „wunderbare“ Schlammschlacht werden.
Nach Kritik insbesondere von FPÖ-Stiftungsrat Peter Westenthaler, der Lederer und Schütze einen Alleingang vorwirft, betonte Lederer, man habe „rasch“ gehandelt, nachdem die Frau sich an sie gewandt habe. In jeder Phase seien Anwälte zugegen gewesen, und man habe Weißmann nicht unter Druck gesetzt, als Generaldirektor zurückzutreten. Weißmann selbst sieht das anders und ließ über seinen Anwalt mitteilen, Lederer verbreite „Unwahrheiten“.
Das Verhalten von Westenthaler, der von der FPÖ in den Stiftungsrat entsandt wurde, hatte in den Sitzungen zuletzt mehrfach für Unmut unter anderen Stiftungsräten gesorgt.
https://orf.at/stories/3423539/
11. März 2026
Der Vorsitzende des Stiftungsrats des der Öffentlichkeit gehörenden Österreichischen Rundfunks (ORF), Heinz Lederer, hat in Nachrichtensendungen des ORF, unter anderem im gestrigen Ö1 Mittagsjournal und in der ZiB2, Aussagen zum Rücktritt von Mag. Roland Weißmann getätigt. Aufgrund einer Vielzahl von darin verbreiteten Unwahrheiten sieht sich Mag. Roland Weißmann, durch seinen Rechtsanwalt Dr. Oliver Scherbaum, dazu veranlasst, die irreführenden und falschen Äußerungen von Herrn Lederer richtigzustellen.
Da scheint es richtig rundzugehen. Da wird noch ordentlich Schmutzwäsche gewaschen.
10. März 2026
Die Medienmeldung des Tages (9. März 2026):
ORF-Generaldirektor Roland Weißmann zurückgetreten
ORF-Generaldirektor Roland Weißmann (57) ist „mit sofortiger Wirkung“ zurückgetreten, nachdem eine ORF-Mitarbeiterin „Vorwürfe der sexuellen Belästigung“ erhoben hatte. Weißmann bestreitet diese Vorwürfe. Stiftungsratsvorsitzender Heinz Lederer betonte im APA-Gespräch, es sei seine „oberste Pflicht, die Integrität des ORF zu schützen“. Radiodirektorin Ingrid Thurnher werde am Donnerstag zur Wahl als neue Generaldirektorin bis zum Ende der laufenden Amtsperiode vorgeschlagen.

Die Pressemeldungen (in zeitlicher Reihenfolge) zu diesem Thema:
Der im Raum stehende Vorwurf verlangt dennoch eine rasche und transparente Aufklärung in enger Kooperation mit der ORF-Compliance-Stelle, bei der die Wahrung des Schutzes der betroffenen Person das oberste Ziel sein müsse, so der Stiftungsrats-Vorsitzende und sein Stellvertreter. Lederer und Schütze danken Roland Weißmann für seine Verdienste und die 30-jährige Tätigkeit im ORF.
Mein Mandant wurde vom Stiftungsrat darüber in Kenntnis gesetzt, dass ihm von einer Mitarbeiterin unangemessenes Verhalten zu Beginn seiner Amtszeit als Generaldirektor (2022) vorgeworfen wird. Ihm wurde seitens des Stiftungsrates eine Frist von wenigen Tagen eingeräumt, um seinen Rücktritt zu erklären, obwohl mein Mandant die Vorwürfe bestritten hat und eine inhaltliche Überprüfung der Vorwürfe nicht erfolgte.
„Die Beurteilung solcher Vorwürfe obliegt dafür vorgesehenen Stellen, nicht der Politik – die Wahrung eines professionellen, unabhängigen ORF jedoch schon“, sagt NEOS-Generalsekretär Douglas Hoyos nach dem Rücktritt von ORF-Generaldirektor Roland Weißmann.
„Es ist gut, dass der ORF-Stiftungsrat seine Verantwortung wahrgenommen hat und angesichts offenbar gravierender Vorwürfe gegen den bisherigen ORF-Generaldirektor Weißmann rasch und konsequent gehandelt hat im Sinne der Reputation des Unternehmens“, sagt SPÖ-Mediensprecher Klaus Seltenheim.
„Der Rücktritt des ORF-Generaldirektors ist ein richtiger und notwendiger Schritt, um weiteren Schaden vom ORF abzuwenden. In einer Situation, in der schwerwiegende Vorwürfe im Raum stehen, ist es wichtig, Verantwortung zu übernehmen und die Institution zu schützen.“
„Jetzt hat der ORF die Chance, seine selbst gewählte Rolle als zwangssteuerfinanzierter Regierungslautsprecher aufzugeben und sich wieder seinem öffentlich-rechtlichen Auftrag zu widmen. Ich bin gespannt, ob sie genützt wird“, erklärte heute FPÖ-Generalsekretär und Mediensprecher NAbg. Christian Hafenecker, MA zum Rücktritt.
Die Stellungnahme der ÖVP ist überraschend kurz:
Für die SPÖ-Frauen stehen bei den bekannt gewordenen Vorwürfen gegenüber ORF-Generaldirektor Weißmann maximale Transparenz bei der Aufklärung sowie der umfassende Schutz für die Betroffene im Vordergrund.
Auch in Deutschland wird darüber berichtet:
https://www.tagesschau.de/ausland/europa/oesterreich-ruecktritt-orf-intendant-100.html
https://www.zdfheute.de/panorama/orf-chef-weissmann-ruecktritt-100.html
Der Stiftungsrat hat eine Stellung, die mit dem Kollegialorgan Aufsichtsrat in Aktiengesellschaften vergleichbar ist. Dieses Gremium bestellt unter anderem den Generaldirektor und auf dessen Vorschlag Direktoren und Landesdirektoren, genehmigt Budgets und Rechnungsabschlüsse. Zahlreiche Rechtsgeschäfte bedürfen seiner Zustimmung.
https://der.orf.at/unternehmen/gremien/stiftungsrat
Meine – zugegebener Maßen bescheidene und nicht maßgebliche – Meinung: Ingrid Thurnher wird nichts machen und keine wesentlichen Veränderungen vornehmen. Das wäre in jedem anderen Unternehmen, wo die Bestellung einer neuen Geschäftsführung in wenigen Monaten bevorsteht, auch nicht anders.
Was ich mir vorstellen könnte: Der/Die Neugewählte sollte nach der Wahl im August 2026 bereits im September 2026 das Amt antreten und nicht erst im Jänner 2027.
Das Bild wurde von KI erstellt.
9. März 2026
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