Die Medienmeldung des Tages (9. März 2026):
ORF-Generaldirektor Roland Weißmann zurückgetreten
ORF-Generaldirektor Roland Weißmann (57) ist „mit sofortiger Wirkung“ zurückgetreten, nachdem eine ORF-Mitarbeiterin „Vorwürfe der sexuellen Belästigung“ erhoben hatte. Weißmann bestreitet diese Vorwürfe. Stiftungsratsvorsitzender Heinz Lederer betonte im APA-Gespräch, es sei seine „oberste Pflicht, die Integrität des ORF zu schützen“. Radiodirektorin Ingrid Thurnher werde am Donnerstag zur Wahl als neue Generaldirektorin bis zum Ende der laufenden Amtsperiode vorgeschlagen.

Die Pressemeldungen (in zeitlicher Reihenfolge) zu diesem Thema:
Der im Raum stehende Vorwurf verlangt dennoch eine rasche und transparente Aufklärung in enger Kooperation mit der ORF-Compliance-Stelle, bei der die Wahrung des Schutzes der betroffenen Person das oberste Ziel sein müsse, so der Stiftungsrats-Vorsitzende und sein Stellvertreter. Lederer und Schütze danken Roland Weißmann für seine Verdienste und die 30-jährige Tätigkeit im ORF.
Mein Mandant wurde vom Stiftungsrat darüber in Kenntnis gesetzt, dass ihm von einer Mitarbeiterin unangemessenes Verhalten zu Beginn seiner Amtszeit als Generaldirektor (2022) vorgeworfen wird. Ihm wurde seitens des Stiftungsrates eine Frist von wenigen Tagen eingeräumt, um seinen Rücktritt zu erklären, obwohl mein Mandant die Vorwürfe bestritten hat und eine inhaltliche Überprüfung der Vorwürfe nicht erfolgte.
„Die Beurteilung solcher Vorwürfe obliegt dafür vorgesehenen Stellen, nicht der Politik – die Wahrung eines professionellen, unabhängigen ORF jedoch schon“, sagt NEOS-Generalsekretär Douglas Hoyos nach dem Rücktritt von ORF-Generaldirektor Roland Weißmann.
„Es ist gut, dass der ORF-Stiftungsrat seine Verantwortung wahrgenommen hat und angesichts offenbar gravierender Vorwürfe gegen den bisherigen ORF-Generaldirektor Weißmann rasch und konsequent gehandelt hat im Sinne der Reputation des Unternehmens“, sagt SPÖ-Mediensprecher Klaus Seltenheim.
„Der Rücktritt des ORF-Generaldirektors ist ein richtiger und notwendiger Schritt, um weiteren Schaden vom ORF abzuwenden. In einer Situation, in der schwerwiegende Vorwürfe im Raum stehen, ist es wichtig, Verantwortung zu übernehmen und die Institution zu schützen.“
„Jetzt hat der ORF die Chance, seine selbst gewählte Rolle als zwangssteuerfinanzierter Regierungslautsprecher aufzugeben und sich wieder seinem öffentlich-rechtlichen Auftrag zu widmen. Ich bin gespannt, ob sie genützt wird“, erklärte heute FPÖ-Generalsekretär und Mediensprecher NAbg. Christian Hafenecker, MA zum Rücktritt.
Die Stellungnahme der ÖVP ist überraschend kurz:
Für die SPÖ-Frauen stehen bei den bekannt gewordenen Vorwürfen gegenüber ORF-Generaldirektor Weißmann maximale Transparenz bei der Aufklärung sowie der umfassende Schutz für die Betroffene im Vordergrund.
Auch in Deutschland wird darüber berichtet:
https://www.tagesschau.de/ausland/europa/oesterreich-ruecktritt-orf-intendant-100.html
https://www.zdfheute.de/panorama/orf-chef-weissmann-ruecktritt-100.html
Der Stiftungsrat hat eine Stellung, die mit dem Kollegialorgan Aufsichtsrat in Aktiengesellschaften vergleichbar ist. Dieses Gremium bestellt unter anderem den Generaldirektor und auf dessen Vorschlag Direktoren und Landesdirektoren, genehmigt Budgets und Rechnungsabschlüsse. Zahlreiche Rechtsgeschäfte bedürfen seiner Zustimmung.
https://der.orf.at/unternehmen/gremien/stiftungsrat
Meine – zugegebener Maßen bescheidene und nicht maßgebliche – Meinung: Ingrid Thurnher wird nichts machen und keine wesentlichen Veränderungen vornehmen. Das wäre in jedem anderen Unternehmen, wo die Bestellung einer neuen Geschäftsführung in wenigen Monaten bevorsteht, auch nicht anders.
Das Bild wurde von KI erstellt.
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