Die vier großen US-Techkonzerne wollen in diesem Jahr 650 Milliarden Dollar in KI-Rechenzentren investieren.
Jensen Huang geht mit Superlativen nicht gerade sparsam um. Er ist einer der reichsten Menschen der Welt, steht an der Spitze des derzeit wertvollsten Unternehmens; und der von ihm einst mitgegründete Halbleiterkonzern Nvidia hat mit seinen Chips eine der größten Börsenrallys der Geschichte losgetreten. Ein Ende, so der 62 Jahre alte Gründer, sei nicht in Sicht. Warum? „Weil wir im größten Infrastrukturprojekt der Geschichte stecken.“
Die Nachfrage nach seinen Halbleitersystemen zu Stückpreisen von bis zu 40.000 Dollar ist riesig. Treiben sie doch Datenzentren und die Entwicklung von KI-Systemen an. Dieses Jahr wollen die vier Großabnehmer Meta, Microsoft, Alphabet und Amazon 650 Milliarden Dollar investieren – vor allem in Datenzentren. Bislang stehen in Amerika 4000 Großrechenzentren. Bis 2035 sollen sich die Kapazitäten vervierfachen.
So will Amazon 2026 rund 200 Milliarden Dollar investieren, Alphabet bis zu 185, Meta 135 Milliarden Dollar, Microsoft könnte es auf 130 Milliarden Dollar schaffen. Darüber hinaus geht das Oracle-Stargate-Konsortium die erste Etappe seines 500-Milliarden-Dollar-Projekts zum Bau neuer Rechenzentren an. Die Summen sorgten erst für Staunen, dann für Skepsis. Und die Frage steht im Raum: Hat es das schon mal gegeben?
Die Eisenbahn
Eines der bislang größten Infrastrukturvorhaben der jüngeren Geschichte geht aufs Konto der Eisenbahn.
Das größte Investitionsprogramm hat China. Seit 2015 steckte es eine Billion Dollar in seine Staatsbahn. So hat das Land nicht nur die größte Bahngesellschaft der Welt, sondern in der Metropole Chongqing auch den größten Bahnhof. Bis 2035 will Peking jedes Jahr umgerechnet weitere 100 Milliarden Dollar investieren. Europa hat Ähnliches vor; nur eine Nummer kleiner: Bis 2040 könnten 660 Milliarden Dollar in neue Hochgeschwindigkeitsnetze fließen.
Der US Interstate Highway
Die zweite große Verkehrsinfrastruktur sind die Straßen. Hier hatten vor siebzig Jahren die USA eines der ambitioniertesten Vorhaben der Geschichte aufgesetzt.
1992 wurden sie mit der Eröffnung des letzten Teilabschnitts beendet.
Die Finanzierung stellte ein spezieller Staatsfonds bereit, der sich aus der Benzinsteuer speiste. Bis zum Projektende beliefen sich die Gesamtkosten auf 630 Milliarden Dollar.
Wie viele Firmen während der ersten Jahre des Internets hat die KI-Branche heute noch kein tragfähiges Geschäftsmodell.
Auch bei Alphabet, Meta und Microsoft werden die Reserven angesichts der angekündigten Investitionsorgien wohl rasch schrumpfen. Die Investmentbank Morgan Stanley rechnet in den kommenden drei Jahren mit Finanzierungslücken für den KI-Infrastrukturausbau von bis zu 1,5 Billionen Dollar.
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