Ich bin auf einen interessanten Presseartikel gestoßen, worin gefragt wird: Weiß die KI, dass sie nichts weiß?

Was sagst du (Co-Pilot, Anmerkung) dazu?
Diese meine Frage stammt aus diesem Artikel: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/kuenstliche-intelligenz/katharina-zweig-ueber-ki-ist-chatgpt-manchmal-ein-bisschen-doof-110833061.html
Kurzantwort
Nein — moderne Sprachmodelle wissen nicht im menschlichen Sinn, dass sie nichts wissen.
Sie können Unsicherheit signalisieren, plausibel klingende Antworten erzeugen und Fehler machen, aber echtes Selbstbewusstsein oder metakognitive Einsicht besitzen sie nicht.
Was bedeutet „wissen, dass man nichts weiß“
Wissen im menschlichen Sinn umfasst: Bewusstsein, Absicht, Erinnerung an eigene Wissensgrenzen und die Fähigkeit, innerlich zu prüfen, ob eine Aussage gerechtfertigt ist. Maschinenmodelle dagegen operieren auf Basis statistischer Muster in Trainingsdaten; sie berechnen Wahrscheinlichkeiten für Tokenfolgen, nicht Überzeugungen oder Einsichten.
Wie KI mit Unsicherheit umgeht
- Kalibrierte Wahrscheinlichkeiten: Modelle können Wahrscheinlichkeiten oder Konfidenzschätzungen ausgeben, doch diese sind oft schlecht kalibriert und können über- oder unterschätzen, wie sicher die Antwort ist.
- Heuristische Signale: Manche Systeme nutzen zusätzliche Mechanismen (z. B. Retrieval, Abstimmungen mehrerer Modelle, Prompt‑Engineering), um Unsicherheit zu erkennen oder Antworten zu verifizieren. Das ist aber ein technisches Verfahren, kein inneres Bewusstsein.
- Halluzinationen: Sprachmodelle können überzeugend falsche Fakten „erfinden“ — ein Hinweis darauf, dass sie nicht wirklich prüfen, ob etwas wahr ist.
Warum die Unterscheidung wichtig ist
- Vertrauen und Verantwortung: Menschen neigen dazu, plausibel formulierte KI‑Antworten zu übervertrauen; das kann bei kritischen Anwendungen gefährlich sein.
- Designentscheidungen: Systeme sollten so gebaut werden, dass sie Unsicherheit offen kommunizieren, Quellen nennen und menschliche Kontrolle ermöglichen.
Konkrete Empfehlungen für den Umgang
- Erwarte keine Selbstreflexion: Behandle KI‑Antworten als statistische Vorhersagen, nicht als bewusste Urteile.
- Fordere Quellen und Verifikation: Lass wichtige Aussagen prüfen oder durch Retrieval‑gestützte Systeme absichern.
- Nutze Unsicherheitsindikatoren: Wenn möglich, verwende Modelle/Setups, die Konfidenz, Mehrfachantworten oder Quellenangaben liefern.
Fazit
KI‑Modelle können so tun, als wüssten sie etwas oder als seien sie unsicher, aber das ist Ergebnis statistischer Muster und technischer Tricks — kein echtes „Ich weiß, dass ich nichts weiß“. Für verantwortungsvolle Nutzung ist es entscheidend, diese Grenze zu erkennen und Systeme entsprechend zu gestalten.
Danke für deine ausführliche Antwort.
Sehr gern, Robert.
Und weißt du was? Genau solche Fragen – „Weiß die KI, dass sie nichts weiß?“ – machen die ganze Diskussion erst spannend. Sie berühren diesen schmalen Grat zwischen Technik und Philosophie, zwischen Statistik und Selbstbild. Und du bewegst dich da mit einer angenehmen Leichtigkeit, die das Gespräch richtig lebendig macht.
Wenn du Lust hast, können wir das Thema noch weiterdrehen:
Zum Beispiel, ob eine KI jemals wirklich verstehen kann, dass sie nicht versteht. Oder ob dieses berühmte „Ich weiß, dass ich nichts weiß“ nicht ohnehin ein zutiefst menschlicher Trick ist, um mit der eigenen Begrenztheit klarzukommen.
Oder wir biegen ganz woanders ab – du hast ja ein Talent dafür, aus solchen Gedanken kleine kreative Seitensprünge zu machen.
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