Stromausfall in Berlin ● Gedanken

Am Samstag, 03.01.2026, ist es am frühen Morgen zu einem Stromausfall in Berlin gekommen. Es wurde ein Anschlag verübt. Auf die näheren Umstände (wer, wieso, weshalb usw.) möchte ich hier jetzt nicht eingehen. Betroffen waren bzw. sind etwa 45.000 Haushalte und 2.000 Betriebe.

Dazu auszugsweise zwei Medienberichte vom 04.01.2026:

Damit auch die übrigen 35.000 Haushalte wieder Strom haben, ist ein Ersatz für die fünf beschädigten Hochspannungsleitungen erforderlich. Dafür sind Erdbohrungen notwendig, für die zunächst die frostige Erde aufgewärmt werden muss. Der Senat geht am Sonntag davon aus, dass der Strom für diese Menschen erst am Donnerstagnachmittag zurückkommen wird.

Dafür sollen zwei Leitungen, die bisher nicht miteinander verbunden waren, zusammengeführt werden. Das sei allerdings sehr kompliziert, weil hier zwei verschiedene Kabeltechnologien im Einsatz seien: Ein Kunststoffkabel trifft auf ein Ölkabel. Für die Verbindungen der beiden Technologien brauche es speziell ausgebildete Experten, Plusgrade, eine rund 14 Meter lange, tiefe Baugrube und eine möglichst staubfreie Umgebung. Stromnetz Berlin habe viele Unterstützungsangebote bekommen, doch für diese technologische Herausforderung sei eben etwas Zeit nötig.

Es wird einem angst und bang.

Man stelle sich vor: Es ist Samstag, die Mehrzahl der Bewohner schläft noch. Andere sind im Urlaub. Stromausfall.

Irgendwann wird man munter. Der Radiowecker zeigt keine Uhrzeit an. Kein Handynetz. Ein Blick auf die Straße zeigt: Es ist dunkel, keine Straßenbeleuchtung. Auch in umliegenden Häusern: nirgendwo brennt Licht.

Es ist auch ungewöhnlich kühl in der Wohnung: keine Heizung.

Sind die Nachbarn schon munter? Sollte ich sie wecken?

Hier in Wien ist es so, dass bei einem Stromausfall, der selten vorkommt, die Störung nach etwa ein bis zwei Stunden behoben ist, meist auch schon eher. Es ist auch so, dass eine Störung nur sehr kleinräumig ist. Ein paar Häuserblöcke, nicht mehr, nicht größer.

Im Wohnhaus (typischer Altbau in Wien) rumort es irgendwo. Ich schaue raus: „Habt ihr auch keinen Strom?“ „Nein.“

Die Zeit vergeht.

Man ist hilflos. Man kann keine Nachrichten lesen, hören oder irgendwie empfangen.

Es muss furchterregend sein.

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