29. Oktober 2025
Der Todesfall schlägt verständlicherweise hohe Wellen. Auch in den Medien.
• Stellungnahme der Österreichischen Gesellschaft für Herz- und thorakale Gefäßchirurgie
Die Österreichische Gesellschaft für Herz- und thorakale Gefäßchirurgie (ÖGHTG) ist die wissenschaftliche Fachgesellschaft in Österreich, die sich der Förderung, Weiterentwicklung und Qualitätssicherung in der Herzchirurgie, Thoraxchirurgie und Gefäßchirurgie widmet.
Die praktisch immer notwendige Operation ist herausfordernd und kann nur an einem Zentrumsspital mit Herzchirurgie erfolgen. Der Transport dieser vital gefährdeten PatientInnen stellt immer eine logistische Herausforderung dar.
Neben einem zeitnahen Transfer ins behandelnde Zentrum, stellt die Expertise des Standortes (Anzahl der Dissektionsoperationen pro Jahr) einen wichtigen Faktor für die erfolgreiche Behandlung dar.
Die ausführliche Stellungnahme:
28. Oktober 2025
Die Frau kam vor knapp zwei Wochen zunächst mit Brustschmerzen ins Klinikum Rohrbach, wo der Hauptschlagaderriss festgestellt wurde. Eine sofortige Operation wäre notwendig gewesen. Diese war aber im Klinikum Rohrbach nicht möglich, weshalb andere Spitäler angefragt wurden, die aber absagten.
https://ooe.orf.at/stories/3327457/
Für die 55-jährige Frau, die sich wegen einer gerissenen Hauptschlagader in akuter Lebensgefahr befand, war schnellstmöglich eine Operation notwendig. Weil dieser Eingriff im Klinikum Rohrbach (Oberösterreich) nicht möglich war, wurden andere Spitäler angefragt.
https://noe.orf.at/stories/3327508/
„Das Krankenhaus an sich ist nicht mehr so ein attraktiver Arbeitsplatz, wie es einmal war“, sagte Miksch, es werde immer schwieriger, gut ausgebildete Leute zu finden. „Im Moment sehe ich schon eine Tendenz, dass gute Leute das Krankenhaus verlassen.“
https://kaernten.orf.at/stories/3327582/
Ein Auszug aus einem zahlungspflichtigen Artikel:
Infrage gekommen wären im Übrigen das AKH und die Klinik Floridsdorf, in denen rund um die Uhr genug Chirurgen bereitstehen würden, um einen solchen Notfall zu versorgen. Sollte ein Team gerade mit einem anderen Notfall beschäftigt sein, könne man rasch weitere Spezialisten anfordern. Eine „Verzögerung“ wie in Oberösterreich sei in Wien also nicht möglich. „Keine Chance“, so Binder. „In Wien gibt es 24/7 ausreichend Positionen für einen solchen Notfall.“ Das gehöre zu den Vorteilen eines Ballungszentrums mit mehreren Kliniken in kurzer Distanz zueinander. Um aus den Ereignissen aus Oberösterreich Schlüsse zu ziehen, sei es jedenfalls noch zu früh. Dort müssten die Umstände zunächst gut untersucht werden.
https://www.diepresse.com/20247256/patientin-gestorben-war-es-ein-systemversagen
Hier eine Übersicht über die Geschehnisse:
Man muss sich auch fragen, wie geht es den Sanitätern oder Rettungsärzten, die verzweifelt versucht haben, einen Platz in einem Spital zu organisieren?
Im Laufe der letzten Jahre konnte ich immer wieder sehen, was Ärzte, Pfleger und ähnliches Personal leisten. Das ist großartig.
Ich konnte das bei meinen mittlerweile verstorbenen Eltern sehen und kann das auch aus eigener Erfahrung beurteilen.
Ich kann nur wiederholen: Seitens des Personals (die Personen an der „Front“) wird großartiges geleistet.
Seitens der für die Zustände verantwortlichen Personen (damit meine ich jetzt nicht Ärzte, Pfleger usw.) werden Beileidskundgebungen veröffentlicht und „Aufklärung“ gefordert.
Ich meine: Diese Zustände sind seit langer Zeit bekannt. Dass Personal fehlt, ist nicht erst jetzt seit dem aktuellen Fall bekannt.
Passend dazu:
„Dass im Gesundheitsbereich die Verantwortungsarchitektur nicht passt, wissen wir, solange es die Diskussion zu Finanzierung aus einer Hand gibt: also seit Jahrzehnten. Neu ist der hohe finanzielle Leidensdruck durch die Spitäler aufseiten der Länder. Plötzlich scheinen Kompetenzverschiebungen möglich.“
https://www.diepresse.com/20247491/spitaeler-zum-bund-sv-chef-begruesst-kompetenzverschiebung
Dafür verantwortlich sind die handelnden Politiker und Funktionäre, die allesamt gut bezahlt werden.
Bereits seit längerer Zeit bin ich der Meinung, dass das Gesundheitswesen zentral (bundesweit) geführt werden sollte und nicht auf Bundesländer aufgesplittet gehört.
So groß sind die Bundesländer nicht, dass hier jeder sein eigenes Süppchen kochen kann.
Vielleicht ändert sich aus aktuellem Anlass etwas. Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Dass das nicht von heute auf morgen geht, ist auch klar. Aber man muss mit der Zentralisierung einmal beginnen.
Es beginnen auch schon Diskussionen aus rechtlicher Sicht:
Im Fall der Oberösterreicherin müsste geklärt werden, ob es ein Organisationsverschulden in den Spitälern gab. Waren diese finanziell unterdotiert, ist eine Amtshaftung der dafür verantwortlichen Gebietskörperschaft denkbar.
„Das ist eine heikle Situation, in der man nicht zur Tagesordnung übergehen kann“, meint Schadenersatzrechtsexperte Andreas Kletečka von der Universität Salzburg.
Nun könne es sein, dass ein Krankenhaus einmal überfordert ist, wenn es ein großes Unglück mit vielen Verletzten gleichzeitig gibt, sagt Experte Kletečka. Wenn wie in diesem Fall eine Einzelperson nicht aufgenommen wird, sei das aber „jedenfalls prüfungsbedürftig“, meint der Professor im Gespräch mit der „Presse“. Wenn ein Organisationsverschulden in den Krankenhäusern vorliege, dann würden diese deswegen haften.
Falls die Spitäler aber im Wissen um zu wenig Kapazitäten schon wiederholt nach mehr Personal und Geld gerufen haben, jedoch dieser Ruf von den Verantwortlichen nicht gehört wurde, könnte sich stattdessen eine Amtshaftung der verantwortlichen Gebietskörperschaft ergeben, sagt der Jurist.
Das könnte noch interessant werden.
Es ist ein Auszug aus einem zahlungspflichtigen Artikel:
https://www.diepresse.com/20245860/tot-weil-kein-spital-half-schadenersatz-moeglich

Hinterlasse einen Kommentar