In den nächsten zwei bis drei Wochen könnten die Bänder der deutschen Autoindustrie stillstehen (22.10.2025 – 06.11.2025)

6. November 2025

Der niederländische Chiphersteller Nexperia übernimmt keine Garantie mehr für die in den vergangenen Wochen in China gefertigten Chips.

https://orf.at/stories/3410696/

Der niederländische Halbleiterhersteller Nexperia hat am Mittwoch bestätigt, die Lieferungen an sein Montagewerk in China eingestellt zu haben. Grund sei die Weigerung der dortigen Niederlassung, vereinbarte Zahlungen zu leisten.

Zugleich warnte das Unternehmen, es könne die Qualität von Chips, die seit dem 13. Oktober in China gefertigt wurden, nicht mehr garantieren, wie Reuters berichtete.

Die Situation spitzt sich damit weiter zu und gefährdet die Lieferketten der globalen Automobilindustrie.

Der Europäische Automobilherstellerverband ACEA hatte gewarnt, dass Produktionsausfälle innerhalb weniger Tage drohen könnten. Der Zulieferer ZF Friedrichshafen reduzierte bereits Schichten in seinem Hauptwerk in Schweinfurt.

https://www.telepolis.de/article/Betrug-bei-Nexperia-Chinesische-Tochter-soll-Millionen-heimlich-umgeleitet-haben-11068378.html

Irgendwie ist das alles nur mehr verrückt, wie alles mit allem zusammenhängt.


5. November 2025

Branchenkenner rechnen damit, dass die Bänder spätestens Mitte November stillstehen könnten.

Autozulieferer Bosch spricht bereits von einer beeinträchtigten Produktion und schickt erste Standorte und damit hunderte Beschäftigte in Kurzarbeit.

Der Volkswagenkonzern, der als besonders abhängig von den Chips gilt, betont zwar weiterhin, dass es noch keine konkreten Auswirkungen auf die Produktion gebe. Allerdings bereitet man im Hintergrund Notfallmaßnahmen vor, darunter ebenfalls die Kurzarbeit. Branchenkenner rechnen damit, dass die Bänder spätestens Mitte November stillstehen könnten, sofern die Chip-Lieferungen nicht wieder vollumfänglich aufgenommen werden.

Dort, wo Verbrennungsmotoren zum Einsatz kommen, drohten analog zur Automobilindustrie Probleme. Betroffen sind etwa Hersteller von Stromgeneratoren, Baumaschinen und landwirtschaftlichen Maschinen.

https://www.derstandard.at/story/3000000295035/china-erlaubt-die-ausfuhr-von-nexperia-chips-wieder-oder-doch-nicht

Meine bescheidene Meinung: Die Betriebsstilllegungen könnten dann rasch und „von einem Tag auf den anderen“ erfolgen. Davon betroffen wären dann auch zahlreiche weitere Zulieferer und eine Kettenreaktion könnte die Folge sein.


4. November 2025

Der Chiphersteller Nexperia wendet sich in einem Brief an seine Kunden. Darin teilt das niederländische Unternehmen mit, bislang sei nicht klar, wann die Belieferung mit Halbleitern wieder aufgenommen werden könne. Daran ändert auch ein Handelsabkommen mit China nichts.

Der niederländische Halbleiterhersteller Nexperia warnt seine Kunden vor einem anhaltenden Lieferstopp mit Chips aus seinem Werk in China. Das Unternehmen könne nicht sagen, wann die Belieferung mit Halbleitern aus Dongguan wieder aufgenommen werden könne, heißt es in einem Brief an die Kunden mit Datum 3. November.

https://www.n-tv.de/wirtschaft/Nexperia-kann-noch-keine-Entwarnung-geben-article26140713.html

Mittlerweile sind zwei Wochen vergangen. Wird da „hinter den Kulissen“ eifrig gearbeitet? Oder kommt der große „Rumms“ noch?

Interessant und spannend.


24. Oktober 2025

Gewerkschafter befürchten Kurzarbeit in der Autoindustrie

Die Chipknappheit könnte sich bald zu einem Flächenbrand in der deutschen Autoindustrie ausweiten.

Der Auslöser der Misere: Der Chiphersteller Nexperia hat Lieferprobleme. Zwar hat das Unternehmen seinen Hauptsitz in den Niederlanden, Produktion findet auch am deutschen Standort Hamburg statt. Allerdings wurde Nexperia 2019 vom chinesischen Konzern Wingtech gekauft. Und der wiederum steht seit 2024 auf einer schwarzen Liste der US-Regierung, wegen angeblicher Risiken für die nationale Sicherheit. Ende September übernahm die niederländische Regierung die Kontrolle über Nexperia. China stoppte daraufhin den Export von Nexperia-Chips.

Nexperia-Halbleiter stecken nach Expertenschätzungen in jedem dritten Auto, bis zu 3000 Chips in einem einzigen Fahrzeug. Sie kommen in den verschiedensten Komponenten zum Einsatz, vom Infotainment und der Telematik über das Fahrgestell bis zum Antriebsstrang.

Man könne sie nicht einfach durch Chips anderer Hersteller ersetzen. Die müssten zum Teil erst neu zertifiziert werden.

„Selbst wenn Teile wie etwa die Nexperia-Chips in Deutschland hergestellt werden, kommen Komponenten dann doch aus China, oder sie werden in China verpackt.“

Die Angelegenheit ist komplex. Und betrifft letzten Endes nicht nur die Autoindustrie.

Die obigen Zeilen stammen aus einem zahlungspflichtigen Bericht:

https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/autoindustrie-gewerkschafter-warnen-vor-kurzarbeit-wegen-chipkrise-a-eb95c59e-974c-4250-8e0a-833d7d3d0df4


Es bleibt weiterhin spannend.

Bei Volkswagen gibt es nächste Woche trotz der Chipkrise keine Produktionsausfälle. Nach heutigem Stand sei die Fahrzeug-Produktion an den deutschen Standorten in der kommenden Woche abgesichert, teilte der Konzern mit.

https://www.zdfheute.de/wirtschaft/unternehmen/volkswagen-vw-chip-produktion-krise-100.html

Die Lage ist komplex und kompliziert. Deutschland/Niederlande/China/USA


Einem weiteren Medienbericht entnehme ich, dass diese Chips nicht nur in Autos verbaut sind.

Betroffen wären Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen, Kühlschränke oder Kaffeemaschinen, aber auch Fernseher, E-Bikes, Ladegeräte, Smartphones und vieles mehr.


Bei der niederländisch-chinesischen Chipfirma Nexperia drohen Lieferstopps, die deren direkte und indirekte Kunden in Probleme stürzen. Betroffen sind nicht bloß europäische Autofirmen wie VW. Denn Nexperia liefert gängige Standardkomponenten, die in sehr vielen Produkten stecken.

Die drohende Krise wäre vermeidbar gewesen. Zwar ist man im Nachhinein immer schlauer als zuvor, aber ein Blick auf die Entwicklung bei Nexperia überrascht aus heutiger Perspektive. Es gibt Hinweise, dass Politik und Unternehmen naiv und planlos agierten, obwohl es deutliche Warnzeichen gab.


23. Oktober 2025

Volkswagen will den drohenden Produktionsstopp wegen des Mangels an Halbleiter-Chips mit einem neuen Zulieferer abwenden.

Zu den laufenden Gesprächen wolle man sich derzeit aber nicht weiter äußern, hieß es von dem Konzern.

Wie es ab Anfang November weitergehe, sei wegen der großen Unsicherheit über die Chip-Versorgungslage nicht zu sagen.

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/vw-nexperia-chips-100.html


22. Oktober 2025

Zehntausende Mitarbeiter bald in Kurzarbeit?

Das liest sich alles sehr heftig und dramatisch.

Wenn das eintritt: na bumm!

Die Bundesregierung sucht wegen möglicher Produktionseinschränkungen bei deutschen Autoherstellern durch Lieferprobleme beim Chiphersteller Nexperia nach Lösungen. Ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums sagte in Berlin, man sei angesichts der Lage besorgt. Man sei mit den verschiedenen Beteiligten in einem engen Austausch, auch mit der chinesischen Regierung, und suche nach Lösungen.

https://www.n-tv.de/wirtschaft/VW-warnt-Mitarbeiter-vor-Produktionsengpaessen-wegen-Nexperia-Chipkrise-article26112756.html

Es ist ein bisschen der Klassiker. Diese Teile mögen klein sein, aber sie sind in sehr vielen Fahrzeugen verbaut. Wenn diese Chips fehlen, und die sind in der Größenordnung auch wirklich nur zwei Wochen auf Lager, dann ist da schnell Ende Gelände.

https://www.n-tv.de/wirtschaft/In-zwei-Wochen-wird-es-eng-mit-der-Autoproduktion-article26113205.html

BMW‑Chefökonom Kai Fournell zeigte sich trotz der Lieferprobleme bei Nexperia und drohender Produktionsstopps in der deutschen Automobilindustrie vorsichtig optimistisch. „Ausschließen kann man gar nichts – aber wir arbeiten daran, dass das eben nicht passiert. Das ist uns ganz wichtig.“ Die Branche sei auf derartige Szenarien vorbereitet. „Das kann durchaus ernst werden. Das prüfen wir gerade. Aber es überrascht uns jetzt nicht, sondern das wissen wir schon seit längerer Zeit“, so Fournell.

https://www.n-tv.de/wirtschaft/Dudenhoeffer-zu-Chiphersteller-Nexperia-Das-ist-ein-von-den-USA-provozierter-Konflikt-article26113277.html

Auch der deutsche Verband der Automobilindustrie (VDA) warnte bereits vor möglichen Produktionsstopps infolge der Lieferprobleme.

https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2025-10/automobilindustrie-chips-halbleiter-nexpedia-lieferung-produktionsstopp

Deutschlands Autohersteller sind alarmiert. Ein Politikkrimi um den niederländischen Chiphersteller Nexperia könnte dafür sorgen, dass in hiesigen Werken bald die Bänder stillstehen. So heikel ist die Lage.

Früher waren es mechanische Seilzüge, die dafür sorgten, dass ein Tritt aufs Gaspedal das Auto schneller fahren ließ. Heute übernehmen Halbleiter die Feinarbeit: Sie sparen Sprit, erhöhen die Sicherheit – und machen das Auto zum rollenden Computer auf vier Rädern.

Die deutsche Autoindustrie fürchtet, dass bald die Bänder stillstehen. Der Branchenverband warnt: »Die Situation könnte schon in naher Zukunft zu erheblichen Produktionseinschränkungen, gegebenenfalls sogar zu Produktionsstopps führen«, sagte VDA-Präsidentin Hildegard.

Wenn die Bänder stillstehen, bedeutet das auch, dass es zu späterer Auslieferung von Autos kommt. In der Coronazeit mussten Kunden teils monatelang auf ihre neu gekauften Fahrzeuge warten. Wie lange es diesmal wird, hängt davon ab, wie die politische Diskussion weitergeht und wie schnell es gelingt, alternative Lieferanten aufzutun.

Der gesamte Bericht ↓ ist zahlungspflichtig:

https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/volkswagen-mercedes-und-co-deutschlands-autokonzernen-droht-die-naechste-chipkrise-a-c7743708-29fe-419a-80be-2f4f5bd44566


In den Berichten spielt Nexperia eine große Rolle.

https://www.nexperia.com/

Übersicht

Hinterlasse einen Kommentar