Rene Benko—Signa

Aus Medienberichten:

Während die Forderungen von Mubadala in den österreichischen Insolvenzverfahren von den Masseverwaltern größtenteils bestritten wurden, suchte der Staatsfonds den Weg über die internationale Schiedsgerichtsbarkeit, um vollstreckbare Titel zu erwirken. Und hat jetzt gewonnen.

Verhandelt wurde 2025 am ICC (International Court of Arbitration) mit Hauptsitz in Paris (gegr. 1923). Das Schiedsgericht ist die weltweit führende, private Institution zur Beilegung internationaler Handels- und Investitionsstreitigkeiten.

Im Schiedsverfahren des Staatsfonds Mubadala aus Abu Dhabi gegen Signa bekamen die Araber zum Großteil recht.

Die beiden Schiedssprüche langten bei den Insolvenzverwaltern und ihren Rechtsanwälten ein. Die Causa läuft unter Mubadala 1 und 2; verhandelt worden waren die Klagen in Genf gemeinsam. Die Schiedssprüche sind ebenso umfangreich wie komplex: Sie umfassen 262 beziehungsweise 311 Seiten.

Mubadala hatte seine Forderungen, in Summe mehr als 700 Millionen Euro, in den diversen Insolvenzverfahren angemeldet, sie wurden von den Masseverwaltern aber nicht anerkannt. In der Folge haben die Vertreter des Fonds aus den Vereinigten Arabischen Emiraten die von ihnen behaupteten Ansprüche per Schiedsgericht geltend gemacht. Und: Die drei Schiedsrichter haben festgestellt, dass der Großteil der Forderungen von Mubadala sehr wohl Insolvenzforderungen sind.

3. Februar 2026


Die Aufarbeitung der riesigen Pleite von René Benkos Signa Prime läuft auf Hochtouren. Im dritten Zwischenbericht des Insolvenzverwalters Norbert Abel wurde bekannt: Die gesamten Forderungen der Gläubigerinnen und Gläubiger summieren sich auf sage und schreibe 12,35 Milliarden Euro. Der Großteil davon, nämlich 5,56 Milliarden Euro, wurde bereits anerkannt.

Um Geld für die Gläubigerinnen und Gläubiger zu bekommen, kämpft der Insolvenzverwalter an zwei Fronten:

  • Anfechtungen: Hier geht es darum, Geld zurückzufordern, das kurz vor der Pleite noch an bestimmte Empfängerinnen und Empfänger geflossen ist. Bisher konnten aus diesen Anfechtungsverfahren bereits rund 65 Millionen Euro zurückgeholt werden. Verfahren gegen große Firmen wie die Kühne Holding laufen noch, da sie zum sogenannten „inneren Kreis“ der Signa gehörten.
  • Und Haftungsansprüche: Gemeinsam mit der Signa Holding und der Signa Development macht man Haftungsansprüche in Höhe von einer Milliarde Euro gegen frühere Managerinnen und Manager und Aufsichtsräte geltend. Der Vorwurf: Sie sollen die absehbare Pleite ignoriert oder falsche Entscheidungen getroffen haben. Das Interesse an einer außergerichtlichen Einigung ist groß, aber Ergebnisse werden erst im Sommer oder Herbst 2026 erwartet.

Der Insolvenzverwalter schätzt, dass die Zahlungsunfähigkeit der Signa Prime schon im März 2022 klar war. Die Verwertung von Immobilien – wie das Projekt „Am Hof“ (Park Hyatt) – ist weit fortgeschritten. Die derzeitigen Geldreserven reichen aus, um das Verfahren noch mindestens bis Ende November 2026 weiterzuführen.

Meine persönliche und bescheidene Meinung: Auf (ehemalige) Aufsichtsräte, Vorstände und Geschäftsführer kommt noch einiges zu. Da sind schon die noch bevorstehenden Anwaltskosten nicht unerheblich.

2. Dezember 2025


Das Straflandesgericht Wien hat die Untersuchungshaft für den Tiroler Investor René Benko um zwei weitere Monate bis 12. Jänner verlängert. Das Gericht gehe weiterhin von dringendem Tatverdacht und Tatbegehungsgefahr aus, heißt es in einer Aussendung am Montag. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) und die Verteidigung gaben demnach keine Erklärung ab. Gegen den Beschluss kann binnen drei Tagen Beschwerde eingereicht werden. Benko nahm an der Verhandlung per Video aus der Justizanstalt Innsbruck teil.

10. November 2025


Aktuellen Meldungen zufolge laufen derzeit etwa 400 Insolvenzverfahren im Rahmen dieses Firmengeflechts. Die Verfahren könnten sich bis zu 15 (fünfzehn) Jahre hinziehen.

Die Anzahl der Insolvenzverfahren wird noch steigen.

So feudal war es einmal:

Foto: Gilbert Novy

Das Berufungsverfahren (betrügerische Krida – Rene Benko) läuft derzeit.

30. Oktober 2025


Die Signa-Insolvenz erreicht historische Dimensionen in Europa.

Europaweit meldeten die Signa-Gläubiger bisher über 40 Milliarden Euro an Forderungen an. Die Forderungssumme beträgt allein in Österreich 37 Milliarden.

Davon seien vorläufig etwa 12 Milliarden Euro gerichtlich anerkannt. Mehr als 3.000 Gläubiger versuchen, ihr Geld zurückzubekommen.

138 Insolvenzen in Österreich, 177 Insolvenzen in Deutschland, 70 in Luxemburg, 7 in der Schweiz und ein paar weitere in Italien und Liechtenstein.

23. Oktober 2025


Verurteilung wegen betrügerischer Krida, 2 Jahre Haft.
Das Urteil ist nicht rechtskräftig!

Wahrscheinlich wird man Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung einlegen.
Letzter Termin wäre hier der 20. Oktober.

15. Oktober 2025


Nun denn …

Wie erwartet wurden am ersten Tag alle Vorwürfe bestritten.

Das würde jeder so machen. Und das ist nicht ironisch gemeint.

Wenn man die Bilder, die man in diversen Berichten so sieht, dürfte er ziemlich abgenommen haben. Die Verpflegung im Gefängnis ist wohl nicht so kalorienreich sein wie Hummer und Kaviar.

Ich kenne zwar aus persönlicher Erfahrung keine Innenansichten aus Hafträumen, aber so komfortabel wie in seinem ehemaligen Büro in bester Lage in der Wiener Innenstadt dürfte es nicht sein:

Fotograf: unbekannt

14. Oktober 2025


Auszug aus einem zahlungspflichtigen Artikel:

Donnerstag ist normalerweise der Tag, an dem Häftlinge innerhalb Österreichs in andere Haftanstalten überstellt werden. Der sogenannte „Häfenexpress“ plant gerade seine Tour für diese und die kommende Woche. Das Justizministerium hat eben erst einen neuen, dunkelblauen Bus bekommen, in dem 27 Häftlinge sicher transportiert werden können – Klo inklusive, man kann ja nicht einfach bei einer Tankstelle stehen bleiben.

In diesem Bus wurde Rene Benko von Wien nach Innsbruck überstellt.

René Benko wird der erste Prozess gemacht. Es geht um 660.000 EUR und die Frage, ob er seine Gläubiger geprellt hat.

Am 14. Oktober beginnt am Landesgericht in Innsbruck der erste Prozess gegen den gefallenen Immobilien-Jongleur und Signa-Gründer René Benko. Gemessen am Milliarden-Schaden, den die Signa-Pleite und René Benkos Privatkonkurs als Unternehmer verursacht haben, wird in Innsbruck vorerst über Kleingeld verhandelt.

Innsbruck hat sich auf den Promi-Prozess gut vorbereitet. Soweit das eben geht, denn der Andrang auch internationaler Medien ist enorm. Eigentlich ist das Innsbrucker Landesgericht auf solche Megaprozesse nicht unbedingt eingestellt – darum hat man auch ein eigenes Sicherheitskonzept erarbeitet.

https://www.profil.at/investigativ/rene-benko-prozess-signa-wksta/403091854

Der Artikel ist zahlungspflichtig.

13. Oktober 2025


Schön langsam beginnt die juristische Aufarbeitung des Firmenkomplexes rund um Rene Benko und „seiner“ Signa.

Dieser Firmenkomplex besteht (bestand) aus etwa 1.100 (eintausendeinhundert) Gesellschaften in Österreich und Deutschland und hat sich im Laufe der Jahre entwickelt. Mittlerweile sind zahlreiche Gesellschaften in die Insolvenz gerutscht. „Hauptsitz“ ist in Österreich. Es sind die spektakulärsten und auch umfangreichsten Firmenpleiten in Österreichs Wirtschaftsgeschichte.

Die Aufarbeitung dieser zahlreichen Pleiten wird einige Jahre in Anspruch nehmen. Aus heutiger Sicht schätzt man die Dauer auf zehn Jahre.

Immer, wenn mir da was unterkommt, werde ich „berichten“. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Im Zuge meiner ehemaligen beruflichen Tätigkeit (mittlerweile bin ich im glücklichen Ruhestand) hatte ich ein wenig Einblick in dieses Firmenkonstrukt. Aktuellen Einblick habe ich mittlerweile nicht mehr, aber grundsätzlich hat sich nichts geändert.

13. Oktober 2025

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