Eine Frau mit Kopfhörern vor einem Laptop, daneben ein weiblich aussehender „Computer-Mensch“. Das Bild ist KI-generiert.

Die klassische Websuche ist Geschichte

Wenn niemand mehr klickt

Die klassische Websuche ist Geschichte. Google, einst Torwächter des offenen Internets, verwandelt sich zur Antwortmaschine und folgt damit den Pionieren ChatGPT, Perplexity oder You.com.

Wer heute etwas wissen will, bekommt von diesen KI-Systemen eine direkte Antwort – synthetisiert aus verschiedenen Quellen, aber ohne den Traffic weiterzuleiten. Für Nutzer ist das bequem, für die Anbieter der Inhalte eine Zäsur.

Mit dem Übergang von der „Ökonomie der blauen Links“ zur KI haben sich die Spielregeln der Sichtbarkeit radikal verändert. Es zählt nicht mehr die Position auf der Trefferliste, sondern die Präsenz in der KI-Antwort. Wer dort nicht genannt oder zitiert wird, findet schlicht nicht mehr statt. Dass inzwischen auch Apple laut darüber nachdenkt, Perplexity statt der Google-Suche in seine iPhones einzubauen, gibt der Sache zusätzlichen Schwung.

Die Anbieter müssen ihre Inhalte daher so strukturieren, dass KI-Systeme sie erfassen, verarbeiten und korrekt zuordnen können. Kurze Absätze, klare Sprache, direkte Antworten auf Fragen sind gefragt. Die KI arbeitet nach dem „Zero-Click-Prinzip“ – wer nicht präzise antwortet, wird übergangen. Lange, unstrukturierte Texte ohne klare Gliederung gehen unter.

Dabei geht Qualität vor Quantität. Generische Inhalte, die von jeder KI in Sekunden reproduziert werden können, haben ausgedient. Gefragt sind exklusive Recherchen, eigene Daten, Einordnungen, die Tiefe und Perspektive bieten. Kurz: alles, was sich nicht automatisch generieren lässt.

Markenbildung wird zur Pflicht. KI-Systeme greifen bevorzugt auf etablierte, vertrauenswürdige Quellen zurück. Wer als Autorität in seinem Feld wahrgenommen wird, regelmäßig von anderen Medien, auf Wikipedia oder in sozialen Kanälen zitiert wird, landet häufiger in der KI-Antwort und wird auch ohne Klick als relevante Stimme wahrgenommen.

Eigene Kanäle – Newsletter, Podcasts oder Communities – sind wichtiger denn je, um den Kontakt zum Publikum zu halten. Je direkter die Beziehung zu den Lesern, desto resilienter ist das eigene Geschäftsmodell gegen KI-getriebene Reichweitenverluste. Mit ausbleibenden Klicks und einbrechenden Werbeerlösen rücken Bezahlmodelle weiter ins Blickfeld. Wer die Logik des KI-Zeitalters zu Ende denkt, baut darüber hinaus KI-Antwortmaschinen, trainiert mit den eigenen Inhalten, um die Menschen an sich als vertrauenswürdige Quelle zu binden. Auch in einer Zeit, in der niemand mehr klickt, gibt es also genügend Chancen, mit seinen Inhalten in den Köpfen der Menschen präsent zu bleiben.

Künstliche Intelligenz

Sichtbar bleiben, wenn niemand mehr klickt

Das alte Internet stirbt – nicht langsam, sondern jetzt. Agenten übernehmen die Suche, und der Traffic auf den Websites geht in den Keller. Das hat Konsequenzen für alle Anbieter von Inhalten. Wer nicht erkannt wird, existiert nicht.

Sarah aus Houston plant ein verlängertes Wochenende im kalifornischen Napa Valley. Die 29-jährige Marketingmanagerin öffnet ihren Laptop, tippt ihre Frage in ChatGPT und wartet. Keine zehn Sekunden später hat sie alles: fünf Weingüter mit Verkostungsterminen, drei Restaurants mit Reservierungszeiten, zwei Boutique-Hotels mit Preisen. Ein kompletter Reiseplan, maßgeschneidert und mundgerecht serviert.


Die obigen Texte stammen aus einem Info-Mail der Frankfurter Allgemeine.

„Früher“ hat man „gegoogelt“.

„Heute“ bedient man sich ChatGPT oder auch Google.

Erst vor wenigen Tagen hat jemand sinngemäß gepostet: Google findet gar nichts mehr. Dieser Jemand hat wahrscheinlich über die bisher übliche Suche gesucht.
Ob das stimmt („Google findet gar nichts mehr“), vermag ich nicht zu beurteilen. Da muss sich jeder selbst ein Bild machen.

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