Wirtschaftliche Lage(n)

18. Dezember 2024

Aufgrund und im Zuge meiner langjährigen beruflichen Tätigkeiten habe ich ein wenig eine Ahnung, was sich wirtschaftlich so abspielt und kann auch so zwischen den Zeilen in den Berichten da und dort lesen.

Ich halte die Lage in Österreich (und auch in Deutschland) für schlecht. Wirklich für schlecht.

Ich bin froh, dass ich bereits im Ruhestand bin und mich nicht mehr aktiv mit diesen Problemen befassen muss. Ich kann in der Rolle des Beobachters und Zusehers bleiben.

Da haben zwei Leute miteinander gesprochen, die wissen, wovon sie sprechen – Christian Kern und Andreas Treichl:

https://www.joyn.at/play/serien/beide-seiten-live-heiss-umfehdet/1-61-beide-seiten-live-vom-17122024

Die letzten Bundesregierungen schneiden bei Ex-Kanzler Christian Kern (SPÖ) nicht gut ab. Er nimmt sich selbst dabei nicht aus.

Auch der ehemalige Erste Bank CEO Andreas Treichl sieht wirtschaftlich große Herausforderungen für die nächste Regierung.

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20241217_OTS0168/christian-kern-und-andreas-treichl-ueber-oesterreichs-budget-das-erbe-der-letzten-regierung-ist-ein-desaster

In Österreich befindet man sich in Regierungsverhandlungen, in Deutschland im Wahlkampf.

Andreas Treichl meinte (forderte eindringlich?), dass als künftige/r Finanzminister/in eine Person mit dem entsprechenden Wissen eingesetzt werden muss. Und nicht jemand, der aus parteipolitisch motivierten Gründen auf den Posten kommt.

Meine Meinung: Dieser Person muss dann aber seitens der restlichen Regierung der Rücken gestärkt werden und nicht, dass sie nach ein paar Monaten vom politischen Kleinkrieg zermürbt, den Hut drauf schmeißt.

Aktuelle Empfehlungen und Budgetprognose: Fiskalrat fordert Konsolidierung ohne Tabus
Siehe Pressemitteilung vom 16. Dezember 2024


4. Dezember 2024

Fast täglich liest man von Schwierigkeiten bei Unternehmen und Insolvenzen.

Da beginnt eine Welle zu rollen, die immer größer und größer wird.

Kika/Leiner geht in Konkurs und wird abgewickelt.

Der Möbelkonzern hatte Mitte November erneut Insolvenz angemeldet und einen Investor für die Sanierung gesucht. Das ist nicht gelungen. 1350 Beschäftigte werden ihre Jobs verlieren, viele Kunden stehen im Regen.

Die armen Mitarbeiter.

Stehen vor dem Nichts und bekommen jetzt auch den Frust der Kunden zu spüren, obwohl sie für die Lage des Unternehmens nicht verantwortlich sind.

Nachdem sich offenbar viele betroffene Kunden lautstark bei Kika/Leiner-Mitarbeitern beschwert hätten, ersucht der Insolvenzverwalter, „den – für alle verständlichen – Unmut nicht gegenüber Mitarbeitern des Unternehmens zum Ausdruck zu bringen, wie es in den letzten Tagen leider öfters festgestellt werden musste“. Betroffene Beschäftigte berichten von teilweise „sehr schmerzhaften Gesprächen“. Die Mitarbeiter bekämen „minütlich den Frust zu spüren“.

Als Mitarbeiter stellt man sich die Frage, ob man nicht einfach gehen sollte. Und der Geschäftsleitung noch ein Mail schreiben: „Leck mich am Arsch!“

Mir ist klar, dass man das nicht machen kann. Dann würde zu allem Überdruss noch eine Entlassung dazu kommen.

Betroffene Kunden können ihre Anzahlungen als Konkursforderungen im Insolvenzverfahren beim Landesgericht St. Pölten anmelden. „Es musste festgestellt werden, dass bei den geschädigten Kunden viele Härtefälle gegeben sind. Leider sieht das Insolvenzrecht dafür keine Ausnahmen oder Spielräume vor.“

https://www.derstandard.at/story/3000000247810/kikaleiner-zog-sanierungsplan-zurueck–un-konkurs

Bei der STIWA Group mit Sitz in Attnang-Puchheim (Bezirk Vöcklabruck) steht ein umfangreiches Sparpaket bevor. Ein großer Teil der 2.100 Beschäftigten dürfte vorübergehend freigestellt werden. Die Gespräche mit dem Betriebsrat und dem Arbeitsmarktservice (AMS) laufen.

https://ooe.orf.at/stories/3283901/

Auf der Homepage sind (noch) lachende und lächelnde Mitarbeiter zu sehen.

* * *

KTM:

2023 waren die Verbindlichkeiten der KTM AG von rund 860 Millionen auf 1,2 Milliarden Euro gestiegen, bei den Banken stand das Unternehmen laut Jahresabschluss mit 796 Millionen Euro in der Kreide, im Jahr davor waren es „erst“ rund 375 Millionen Euro gewesen.

Die Gläubigerliste, die das Unternehmen seinem Insolvenzantrag beigelegt hat, kann getrost als umfangreich bezeichnet werden, sie umfasst 34 eng bedruckte Seiten.

https://www.derstandard.at/story/3000000247751/ktm-steht-bei-rund-180-banken-mit-fast-800-millionen-euro-in-der-kreide?ref=rss

Meine bescheidene Meinung (auch wenn ich mich jetzt wiederhole): Da (KTM) kommt eine Lawine ins Rollen, deren Ausmaß bislang nicht abschätzbar ist.

Dramatisch und traurig gleichermaßen.


29. November 2024

Es geht dahin ☹️

Die Situation bezüglich der KTM AG sei herausfordernd für alle Beteiligten, schreibt Firmengründer Gerald Kiska. „Um auf die aktuellen wirtschaftlichen Gegebenheiten angemessen reagieren zu können, sahen wir uns gezwungen, 40 Mitarbeiter im Rahmen des Frühwarnsystems anzumelden.“

https://salzburg.orf.at/stories/3283346/

Kiska ist vernehmlich und auch den Berichten zufolge gesellschaftsrechtlich mit KTM verbunden. Da schlägt das klarerweise rasch und wahrscheinlich auch voll durch.

Die Lage ist schlimm!


28. November 2024

Es geht Schlag auf Schlag weiter.

Siemens schließt bis Ende 2026 sein Wiener Werk für industrielle Stromversorgung. Gewerkschaft und Industrie geraten darüber in Streit.

https://wien.orf.at/stories/3283140/

Das Lokal Bermuda Bräu in der Wiener Innenstadt, Unternehmen der Modedesignerin Lena Hoschek oder der Modehändler Jones – das sind nur ein paar der Wiener Betriebe, die in den vergangenen Monaten Insolvenz anmelden mussten.

https://wien.orf.at/stories/3283038/

Meine (bescheidene) Meinung: Es brennt der Hut.

Habe nur ich den Eindruck, dass sich diese schlechten Nachrichten mehren?

Währenddessen ist die Politik nach der Wahl mit sich selbst, mit Sondierungen und dergleichen, beschäftigt.


27. November 2024

Die schlechten Nachrichten häufen sich.

Schlecht.
Schwierig.

Der deutsche Auto- und Industriezulieferer Schaeffler schließt sein Werk in Berndorf (Bezirk Baden) nach mehr als 60 Jahren. 450 Mitarbeiter sind von der Schließung des Standortes betroffen. Das Unternehmen gab am Mittwoch seine Pläne für Österreich bekannt.

https://noe.orf.at/stories/3282935/

Der Auto- und Industriezulieferer Schaeffler schließt im Rahmen seines Stellenabbaus je ein Werk in Österreich und in Großbritannien. Die Lagerproduktion im niederösterreichischen Berndorf werde eingestellt, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Die Schließung erfolgt schrittweise, mit der Belegschaft sollen Sozialpläne ausgearbeitet werden, hieß es vonseiten Schaefflers. Die Produktion von Kupplungen im englischen Sheffield werde ebenfalls aufgegeben.

https://www.derstandard.at/story/3000000246697/schaeffler-schliesst-in-oesterreich-berndorf-werk-m

Die drohende Pleite des Innviertler Motorradproduzenten KTM betrachtet das oberösterreichische Arbeitsmarktservice (AMS) mit Sorge. Auch für viele Zulieferbetriebe in der Region könnte es dadurch schwierig werden.

https://ooe.orf.at/stories/3282979/

Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des vor der Insolvenz stehenden Motorradherstellers KTM in Oberösterreich gibt es eine weitere Hiobsbotschaft zu verdauen: Die November-Gehälter können nicht ausgezahlt werden, und auch das Geld für die Weihnachtsremuneration fehlt. Die ausstehenden Beträge sollen über den Insolvenzentgeltfonds gedeckt werden – vorausgesetzt, die Ansprüche werden anerkannt. Da diese Verfahren erfahrungsgemäß einige Zeit in Anspruch nehmen, ist mit einer (Teil-)Zahlung in der Regel erst zwei bis drei Monate nach Antragstellung zu rechnen.

https://www.diepresse.com/19118422/krise-bei-pierers-ktm-ist-wirklich-nur-die-konjunktur-schuld

Im Jahr 2026 wird ein Rückgang von 40 Prozent bei Neubauten erwartet. Wien ist davon besonders stark betroffen, warnen Fachleute. Die größte Bauaktivität gebe es in Flächen- und Außenbezirken, die geringste in den Innenstadtbezirken.

https://wien.orf.at/stories/3283002/

Das oben erwähnte sind lediglich drei Meldungen von heute.

Nicht vergessen darf man hier auch die zahlreichen Zulieferunternehmen.

Auch die Krise in Deutschland (unter anderem beim Volkswagenkonzern) ist nicht zu vergessen. Hier sind österreichische Zulieferer betroffen.

Dramatisch!

Hier in Österreich wird von den politischen Parteien diskutiert, wie sich die künftige von drei Parteien gebildete Koalition gestalten soll.

In Deutschland stehen Neuwahlen bevor. Auch hier wird aus wirtschaftlicher Sicht Stillstand herrschen.

In meiner ehemaligen beruflichen Tätigkeit komme ich aus dem wirtschaftlichen Bereich. Ich bin besorgt und froh, dass ich schon im Ruhestand bin.

Übersicht

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