Es wird spannend.
Spannend?
Mal sehen.
Hintergrund des Gaslieferstopps an die OMV ist das Urteil eines Schiedsgerichts, mit dem der OMV 230 Mio. Euro Schadenersatz zugesprochen wurden. Die OMV kündigte daraufhin an, die Zahlungen an die Gazprom einzustellen, um sich die zugesprochene Millionensumme zurückzuholen. Zum aufrechten Gasliefervertrag mit der Gazprom bis 2040, und der Frage, ob der Konzern den Vertrag nun möglicherweise beenden will, äußerte sich die OMV gegenüber der APA nicht näher. „Zu unserer Rechtsstrategie und laufenden Gerichtsverfahren können wir keine Stellung nehmen“, sagte eine Sprecherin.
Erdgasdrehscheibe Baumgarten
In Baumgarten (Niederösterreich), einer der Erdgasdrehscheiben Europas, wird vorwiegend russisches sowie norwegisches als auch Erdgas aus anderen Ländern übernommen und über mehrere Pipeline Systeme in unterschiedliche Richtungen zu Verbrauchszentren in Österreich und anderen europäischen Ländern weitertransportiert.
https://www.gasconnect.at/netzinformationen/auf-einen-blick/erdgasdrehscheibe-baumgarten/
Die Central European Gas Hub AG (CEGH) mit Sitz in Wien, Österreich, ist die führende Drehscheibe für den Gashandel in Mittel- und Osteuropa. Als Betreiber des Virtuellen Handelspunktes öffnet der CEGH internationalen Gashändlern ein Tor zum Handel in der Entry/Exit-Zone des österreichischen Marktes.
Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK)
16. November 2024
Diverse Presseaussendungen
„Auf die Österreicher und den Wirtschaftsstandort Österreich kommen dank ÖVP und Karl Nehammer Mega-Strompreise zu!“, so FPÖ-Generalsekretär NAbg. Michael Schnedlitz zu den Beschwichtigungsversuchen Nehammers, der seit Jahren als Kanzler die Verantwortung trage, wonach der Stopp der russischen Gaslieferungen keine Auswirkungen auf die Österreicher hätte.
Wir haben es Bundeskanzler Karl Nehammer zu verdanken, dass vorgesorgt wurde. Die Haushalte und Wirtschaft werden auch im Winter genügend Gas zur Verfügung haben.
Der von ÖVP und Grünen herbeigeführte Gas-Lieferstopp wird klarerweise zu Preiserhöhungen führen. Österreich war einst die große Gas-Drehscheibe in Europa, die Politik der schwarz-grünen Bundesregierung hat uns aber von der Pole-Position auf den letzten Platz verfrachtet. Von dem gefüllten Gasspeicher gehören gerade einmal 20 Prozent der Republik.
Die Kickl-FPÖ hätte die Gasversorgung in Österreich aufs Spiel gesetzt. Die Freiheitlichen haben im Parlament mehrfach gegen wichtige Maßnahmen gestimmt, die die Versorgungssicherheit in Österreich langfristig garantieren.
Diverse Nachrichten
Österreichs Kanzler Karl Nehammer (ÖVP) war bei einem eilig einberufenen Pressetermin am Freitagabend um Beruhigung bemüht: „Wir haben diesen Schritt lange erwartet und sind darauf vorbereitet“, sagte er. Die Speicher seien voll und niemand im Land werde deshalb heuer frieren müssen. Die Republik werde auch „wachsam“ gegenüber allen Arten der Spekulation auf den Gaspreis bleiben.
https://www.diepresse.com/19074258/gazprom-liefert-ab-heute-kein-gas-mehr-nach-oesterreich
Am Samstagmorgen meldete die staatliche Marktaufsichtsbehörde in Österreich, E-Control, dass am Knotenpunkt Baumgarten in Niederösterreich weiterhin russisches Gas ankomme, auch wenn der Fluss laut E-Control-Experten Leo Lehr „etwas reduziert erscheine“, konkret sind die Flüsse nach Österreich um 17 Prozent reduziert.
Der November 2024 könnte den Schlusspunkt unter eine jahrzehntelange Geschichte der wirtschaftlichen und politischen Verstrickungen zwischen OMV und Gazprom setzen.
Umwelt- und Energieministerin Leonore Gewessler (Grüne) bestätigt im Ö1-Mittagsjournal, dass es nach der Ankündigung von Gazprom am Freitag einen kurzen Preissprung am europäischen Handelsplatz gegeben habe, „der ist aber mittlerweile wieder zurückgegangen“. „Stand heute gibt es keine Anhaltspunkte, dass die Preise für die Endkunden merklich ansteigen werden – kurzfristig wie auch mit Blick auf nächstes Jahr“, so die Ministerin.
https://kurier.at/wirtschaft/russland-gas-lieferung-oesterreich-omv-preis/402976112
Längerfristig, also über den Winter 2024/2025 hinaus, sei die Entwicklung des Preisniveaus aktuell schwer abschätzbar, so Mayer. „Wir sehen schon, dass die Märkte nervös sind.“ Aus heutiger Sicht gehe der Markt allerdings davon aus, dass die Preise auch im vierten Quartal des kommenden Jahres stabil bleiben. „Das ist für die Haushalte eine gute Nachricht.“
Weniger optimistisch ist der ehemalige OMV-Chef Gerhard Roiss. Seiner Einschätzung nach könnt es sehr wohl zu Anstiegen kommen. Im ORF-Radio plädierte er daher am Samstag für Gegenmaßnahmen durch die Regierung, etwa mittels der Freigabe von Teilmengen aus der Gasreserve, um das Angebot am Markt zu erhöhen und somit preisstabilisierend zu wirken. Gewessler äußerte sich dazu ablehnend. „Da würde ich zur Vorsicht raten, unseren Sicherheitspolster sollten wir ohne Not nicht aufgeben.“
https://www.diepresse.com/19075802/gazprom-lieferstopp-wird-der-gaspreis-steigen
Rasch schwärmte das offizielle Österreich aus, um Beruhigungspillen zu verteilen. Die Speicher seien voll, niemand müsse im Winter frieren, erklärte Kanzler Karl Nehammer (ÖVP). Mehr bezahlen allerdings schon. Die Gaspreise an der europäischen Börse stiegen nach Bekanntwerden des Lieferstopps auf den höchsten Wert seit über einem Jahr. Allein im November wurde Gas in Europa damit um ein knappes Fünftel teurer. Die Regierung höchstpersönlich werde den Gaspreis aber überwachen, versprach der Kanzler.
Das ist doch eine Erleichterung. Und wenn die Politik schon dabei ist, soll sie doch auch gleich einen Blick auf den Strompreis werfen. Denn sowohl für Gas als auch für Strom werden die Haushalte ab dem Jahreswechsel deutlich mehr bezahlen müssen. Und daran ist auch die hiesige Politik nicht ganz unschuldig.
https://www.diepresse.com/19075923/energie-wird-teurer-wer-ist-schuld
Was den Preis für Konsumentinnen und Konsumenten in Österreich betrifft, erwartet die E-Control in der anstehenden Heizsaison keine spürbaren Preissteigerungen. „Eine solche Situation ist an den Märkten bereits erwartet worden. Außerdem haben die Lieferanten ihre Preise für diesen Winter weitgehend abgesichert“, sagte E-Control-Ökonom Johannes Mayer am Samstagvormittag im Gespräch mit der APA.
https://orf.at/stories/3376146/
Ach, immer „die Märkte“.
„Die Märkte“ sind ja nicht vom Himmel gefallen oder aus dem Boden geschossen. Diese „Märkte“ wurden (künstlich) von Menschen gemacht. Von Menschen gemacht, die auf Gewinn und Abzocke aus sind.
Hinterlasse einen Kommentar